Brauchtum, Wettbewerb und Gemeinschaft
Das rheinische Fähndelschwenken verbindet überlieferte Figuren, sportlichen Anspruch und die Gemeinschaft der Junggesellenvereine. Bei Meisterschaften treten Fähnriche mit traditionellen Fahnen an und zeigen einen fünfminütigen Vortrag aus Regel und Kunstfiguren.
Die Regel als Grundlage
Jeder erste oder einzige Meisterschaftsdurchgang beginnt mit sieben festgelegten Regelfiguren: Seitenfigur, Brustfigur, Hüftfigur, Oberschenkelfigur, Kniefigur sowie die Fußfigur beidseitig und einzeln. Diese Reihenfolge bildet die gemeinsame technische Basis.
Kunstfiguren und Bewertung
Auf die Regel folgen Kunstfiguren wie Sonnen, abgerollte Figuren, Rundwurffiguren und weitere Schläge mit besonderem Schwierigkeitsgrad. Bewertet werden die ausgeführten Figuren, die Haltung und die Fehler. Bei Punktgleichstand entscheidet zuerst die Haltung, danach die geringere Zahl der Fehlerpunkte.
Mehr als ein Wettbewerb
Das Fähndelschwenken ist ein sichtbares Zeichen der Verbundenheit zwischen Vereinen, Orten und Regionen. Fähnrichsbesprechung, gemeinsame Regeln, faire Punktierung und die Weitergabe der Wanderpreise bewahren diese Tradition über Generationen.
Neun Meisterschaften
Die Einheitspunktierliste nennt neun Meisterschaften: Bundesmeisterschaft, Bundesmeisterschaft aller Klassen, Westdeutsche Meisterschaft, Rheinlandmeisterschaft, Rheinlandmeisterschaft aller Klassen, Westerwaldmeisterschaft, Voreifelmeisterschaft, Siebengebirgsmeisterschaft und Vorgebirgsmeisterschaft. Die beiden Wettbewerbe „aller Klassen“ stehen auch verheirateten Fähnrichen offen.
Quelle: Einheitspunktierliste des Rheinlandes, Stand 25. April 2009 ↗